Die Kernpunkte des angelitischen Glaubens sind die Verehrung Gottes,
seiner stofflich gewordenen Sendboten in Form der Engel sowie seines
gewählten Vertreters auf Erden, dem Pontifex
Maximus Petrus Secundus. Dieser residiert seit der
Gründung der Kirche im Jahr 2163 in Roma Aeterna
und ist in dieser langen Zeit keinen Tag gealtert, so dass er noch
immer zehn Jahre alt zu sein scheint. Die Weisheit seiner Person straft
seine körperliche Erscheinung allerdings Lügen und er
fungiert als Sprachrohr Gottes auf Erden und stellt die höchste
Instanz der Kirche dar.
Das Konsistorium, bestehend aus 12 Konsistorialskardinälen,
unterstützt ihn bei der Aufgabe der Führung und
Verwaltung der angelitischen Kirche.
Im angelitischen Glauben existiert keine
Erlöserfigur und auch Christus und dessen Lehren
sind den Angeliten nicht bekannt. Feindesliebe, sowie ähnliche
Prinzipien existieren nicht, was den Engelsglauben eindeutig zu einem
nicht Christlichen macht. Aber auch ein sündiges Menschenbild
sucht man in der neuen Kirche vergebens, denn die Menschen, welche aus
den unschuldigen und schützenswerten Kindern erwachsen,
müssen selbst entscheiden welchen Weg sie für ihr
weiteres Leben einschlagen wollen.
Eben wegen dieser angeborenen Unschuld gelten Kinder
nach den Lehren der Angeliten als Geschenk Gottes und sind unantastbar
für alle körperlichen Angriffe seitens Erwachsener.
Kinder sind heilig.
Übrigens existiert im angelitischen Glauben deswegen auch kein
Zölibat, im Gegenteil: das Zeugen und
Gebären von Kindern ist vielerorts Voraussetzung für
einen Aufstieg innerhalb der Kirchenhierarchie.
Gebete richten sich an Gott oder seine Erzengel, auch wenn der Herr
selten direkt angesprochen wird. Der Pontifex Maximus als ewig
kindlicher Vertreter Gottes auf Erden wird selbst nicht angebetet,
sondern lediglich als menschliches Idealbild verehrt. Heilige hingegen,
gibt es (zuhauf) und sie werden auch rege bemüht wenn einen
ein Zipperlein plagt.
Gott selbst ist ein in sich abgeschlossenes Wesen, welches sich
über seine gewählten Vertreter und Engel den Sterblichen mitteilt.
Allgegenwärtiges Symbol des angelitischen Glaubens ist das Schwingekreuz.
In der Angelitica, dem Bibeläquivalent der Angeliten, findet sich eine Sammlung der Glaubensgrundsätze der heiligen Mutter Kirche. Da außer den Ramieliten und einigen wenigen höherrangigen Geistlichen anderer Orden - welche sich mit der Bürde des Lesens und Schreibens belasten müssen - allerdings niemand lesen kann, lebt der Glaube der Angeliten vor allem aufgrund des gesprochenen Wortes und der unermüdlichen Predigten fleißiger Matern und Patern. Zwar erfolgt ein Großteil der Gottesdienste in lateinischer Sprache die lediglich Engel und Kirchendiener verstehen, doch wissen die Menschen dank vieler Lieder, Geschichten und Vorbilder ziemlich genau was von ihnen erwartet wird.
Wahrhaft Gläubige werden noch im Diesseits von der Kirche entlohnt und die Ungläubigen bestraft, denn im angelitischen existiert keine unsterbliche Seele und somit auch kein Leben nach dem Tode. Ein Mensch der stirbt hört einfach auf zu existieren. Lediglich die unsterblichen Seelen der Engel kehren in Gottes Paradies zurück, nachdem ihre fleischlichen Hüllen vernichtet wurden oder sie die Läuterung erfuhren.
Außer Lesen und Schreiben verbietet Mater Ecclesia
ebenfalls den Einsatz von Technik, sobald sie ein bestimmtes Level
übersteigt. Städte verfügen über
Kanalisationen, Wasserleitungssysteme und manchmal sogar Heizungen.
Niemand muss auf einen Flaschenzug verzichten und ohne
ausgeklügelte Konstruktionen wäre die Errichtung
mancher Kathedralen ein Ding der Unmöglichkeit gewesen.
Sobald jedoch der Mensch oder das Tier als Nutzer oder Antriebskraft in
Frage gestellt wird, greift der Technikbann.
Antriebsaggregate und Kraftwerke jedweder Form, Feuerwaffen und
Einrichtungen zur Datenübertragung sowie alles, was auch nur
im entferntesten mit Elektronik zu tun hat, ist verboten. Alle Orden,
und die Inquisition im Besonderen, achten strengsten auf die Einhaltung
dieses Verbots.
Die Lebensumstände werden so künstlich auf dem Level
des Mittelalters gehalten - ein Entwicklungsstand welcher der Kirche
als gottesfürchtig und ungefährlich erscheint.
Ausnahmen vom Technikverbot gibt es nur in Einzelfällen mit
ausdrücklicher Genehmigung.
Gerechtfertigt wird dieses Verhalten mit der Begründung, dass
sich die Menschen aus der Zeit davor für ihre Maschinen mehr
interessierten als für die Worte des Herrn und sich von seinen
Lehren abkehrten. Die Welt drohte unterzugehen und nur indem Er die große
Flut schickte konnte die Schöpfung gerettet werden. So werden auch
fast alle auftretenden Naturkatastrophen als Warnung oder Strafe des
Herrn für sündhaftes Verhalten gewertet.
Die Kirche selbst verfügt über einige dieser Gerätschaften, die unter den Bann fallen würden, doch besagt das angelitische Dogma, dass Menschen reinen Geistes und ohne Sünde Umgang mit diesen Apparaturen haben dürfen - auch wenn sie sich damit eine schwere Schuld aufladen. Aus diesem Grund werden die sogenannten Peccati zwar bewundert, aber gleichzeitig auch verachtet und gelten als Ausgestoßene, so dass sie mehr oder weniger eine eigene kleine Kaste innerhalb der Kirchenstruktur bilden.
Der Einfluss der Kirche ist in ganz Europa zu spüren: Neben
den fünf Engelfestungen, den Himmeln der Engelsorden, gibt es
überall Klöster und Templerstützpunkte.
In den Klöstern tun Monachen und Beginen dienst. Damit
stets genügend Geistliche und Templer ausgebildet werden
können, schickt die Kirche regelmäßig die Beutereiter
aus um den sogenannten Kirchenzehnt in Form von
Kindern einzutreiben.
Die Beutereiter kommen alle paar Jahre in die Dörfer um den
Zehnt (also jedes zehnte Kind) einzufordern. Diese Kinder sind die
zukünftigen Geistlichen im dienste des Herrn und werden von Beginn an einer
frommen Ausbildung unterzogen.
Natürlich gewährt die Kirche ihren Schäfchen
auch nicht zu verachtenden Schutz: Die gewaltigen Templerheere und
Engelslegionen schützen den schwachen Menschen des modernen
Europas bis zur Selbstaufopferung vor schändlichem Einfluss, den Armeen der
machtgierigen Diadochen
und den grausamen Dämonen der Traumsaat.
Die Gewissheit, dass ihren Kindern kein Leid zugefügt wird und
sie einen wichtigen Beitrag leisten, irgendwann vielleicht einmal sogar
hohe Positionen innerhalb der Hierarchie erlangen, lässt die
Menschen diese unmenschlich erscheinende, doch unerlässliche
Praxis der Tributzahlung leichter ertragen.
Um es kurz zu sagen: die angelitische Kirche ist eine mächtige und gnadenlose Institution die ihre Monopolstellung eifersüchtig verteidigt, doch gleichzeitig die letzte Hoffnung der Menschheit. Denn was sonst als der Wille des Herrn sollte ihr Wirken sein, wenn er ihnen sogar seine Engel als Unterstützung sandte?
Der angelitische Glaube kennt drei wichtige Sakramente: die Taufe,
die Firmung und das Begräbnis.
Mit der Taufe wird ein Neugeborenes als reines Geschenk Gottes
bestätigt. Die Firmung stellt den Übergang vom
unantastbaren Kind zum vollmündigen Erwachsenen dar,
während das Begräbnis das Ende der Existenz des
Menschen darstellt. Der Leichnam wird entweder verbrannt oder unter
einem Steinhaufen beigesetzt - wichtiger ist der verbleib der
Gedenktafel und die Andacht, da der Verstorbene von nun an nur in den
Gedanken seiner Mitmenschen weiterleben kann.
Da diese Sakramente nur für Menschen gelten gibt es analog ebenfalls drei, die allein den Engeln vorbehalten sind: Engelstaufe, Engelsweihe und Läuterung.
Diese Gebote bilden den Grundbaustein der angelitischen Justiz. Meist sitzt die örtliche Mater oder der Pater für seine Gemeinde zu Gericht, in größeren Auseinandersetzungen wird allerdings meist nach einem höheren Kleriker verlangt. Je nach Schwere des Vergehens gibt es unterschiedliche Strafen die von der Abführung von Naturalien über Schandstrafen, bis hin zu Leibstrafen oder - im schwersten Falle - der Todesstrafe reichen. Leib- und Todesstrafen werden meist von den den Scharlachgardisten, Templern mit speziellen Aufgaben, vollstreckt. Innerhalb der Kirche gilt eine spezielle, kompliziertere Kirchengerichtsbarkeit, welcher alle Angehörigen der Mater Ecclesia unterstellt sind.
Im Folgenden werden die Feiertage der Gläubigen aufgeführt und kurz erläutert. An diesen Tagen wird nicht gearbeitet und fast alle Angeliten nehmen an ihnen teil.
Im angelitischen Teil Britanniens weichen einige der Feiertage terminlich etwas ab. Diese Maßnahme soll es den bekehrten Heiden erleichtern zum wahren Glauben zu finden.
Diese beiden Festtage um die Jahreswende stellen weniger Feiertage als vielmehr eine Zeit der Besinnung dar.
Nun soll kurz auf lokale Fest- und Feiertage der einzelnen Ordensgebiete eingegangen werden: