
Ordenssitz: ehemals Korsika
Ordensoberhaupt: unbekannt
Ordensfarbe: Rot
Ordenssymbol: Turm
Über den Orden des Erzengels Samael ist so gut wie nichts mehr bekannt und viele Menschen beginnen bereits zu vergessen, dass es jemals einen solchen gegeben hat.
Der Himmel der Samaeliten stand einst auf
Korsika. Im Jahr 2543, also vor über hundert Jahren, wurde die
Insel
vom Brandland eingekesselt, doch erst nachdem alle Samaeliten zur
Ordensburg zurückgerufen wurden, um geschlossen in den Rauch zu
gehen.
Die Kirche erklärte den Orden der Samaeliten daraufhin
für gefallen und
alle Aufzeichnungen wurden vernichtet.
Es gibt allerdings eine Fraktion innerhalb der Gabrieliten die sich selbst
als Wächter
bezeichnen und versuchen, das Andenken an ihre samaelitischen
Brüder zu
bewahren. Samael, so heißt es, sei nämlich von Gott
aus der Hälfte der
Seele Gabriels geformt worden.
Die Aufgaben denen sie nachkamen werden heutzutage scheinbar von
den Prälaten und der Inquisition erfüllt.
Samaels Engel trugen ihre Haare an Schläfen und am Hinterkopf
kurz
geschoren, auf dem Haupt jedoch fingerlang. Ihre Ordensfarbe war rot und als
Symbol diente der Wachturm. Sie galten als eine Art Schutzengel und Beistand
für die Reinen, Makellosen und Unschuldigen und richteten über die
Sündigen.
Ihre Waffe, die Samaelissichel,
wird auch heute noch von den Gabrieliten, welche den Wächtern angehören,
zusätzlich zum
Flammenschwert getragen. Auch sollen einige dieser Waffen auf dem
Schwarzmarkt zu finden sein, ihr Besitz oder der Verkauf wird jedoch
hart bestraft.
Die zum Schlag erhobene Hand Josefs wollte gerade mit aller Macht auf
den
Streunerjungen herunterfahren, als ein scharfer Luftzug den Dorfschmied
traf. Das vor Angst zusammengekrümmte Bündel zu
seinen Füßen vorerst
ignorierend sah er sich blinzelnd um und wurde beinahe vom Schlag
getroffen.
Augenblicklich ließ er die Hand sinken und war drauf und dran
auf die
Knie zu fallen. Der Gabrielit kam mit gemessenen Schritten auf ihn zu,
die Hände am Gürtel eingehakt. Ein großes
Schwert und eine lange,
gefährlich aussehende, gebogene Waffe mit rotem Griff waren
daran
befestigt. "Wie heißt du, Mann?" fragte der himmlische Bote
nach einer
unangenehmen Pause mit deutlich nürnbergischer
Sprachfärbung.
"J-josef, Herr." stammelte der Mann und Angst schnürte seine
Kehle zu.
Das Hochgefühl, welches ihn beim Anblick des himmlischen
Wesens
ergriffen hatte, wich plötzlich nackter Furcht als ihm aufging
was er
im Jähzorn getan hatte.
"Hast du Ehrfurcht vor Gott und seinen Geboten Josef?" fragte der
schwarzgewandete Engel schneidend und blieb wenige Schritte vor dem
kräftigen Mann stehen. Der hätte ihn um gut zwei
Haupteslängen
überragt, stünde er aufrecht. Jetzt versuchte sich
der Mensch möglichst
klein zu machen und nagte heftig an seiner Unterlippe.
Der Junge hatte aufgehört zu weinen und stierte den Engel mit
offenem Mund an. Er war vielleicht zehn Jahre alt.
Schließlich nässten Josefs Tränen
die Erde vor seinen Knien, da er
nicht wusste was er sagen sollte. Er hatte Unrecht getan und er wusste
es; großes Unrecht. Ein Kind zu schlagen, das war undenkbar.
Er war so
zornig gewesen und ... er wollte nicht sterben!
"Wessen Kind ist das?" wollte der Engel wissen.
Mit tränenerstickter Stimme versuchte er sich zu
erklären: "Niemandens, Herr. Ein herrenloser Streuner der...
er hat..."
"Still! Niemandens Kind, so? Nun, dann sollst du ihm ab jetzt ein treu
sorgender Vater sein. Es wird ihm an nichts mangeln. Und wenn ich
jemals etwas anderes hören sollte, dann werde ich dich wieder
besuchen
kommen. Hast du das verstanden Josef?"
Noch bevor er richtig verstand was der Engel da eigentlich verlangte
nickte er heftig. Er würde alles tun, alles, um den Diener des
Herrn
zufrieden zu stellen.
"Gott sieht alles, Josef. Ich hoffe für dich, dass wir uns
nicht wieder sehen."
Erst nachdem das Rauschen der mächtigen Schwingen verklungen war, wagte es Josef sein Haupt wieder zu heben. Langsam wandte er den Kopf und räusperte sich. Ein unsicherer Blick traf auf seine noch nassen Augen. Josef atmete tief durch, sein Atem ging rasselnd. "Wie... wie heißt du?"
das Erbe Samaels